Quott.com – Gute Idee, schlechter Zeitpunkt?
Es wirkt fast absurd: Facebook steht kurz vor dem Börsengang, die VZ-Netzwerke befinden sich im Abwärtstrend und ein neues soziales Netzwerk erscheint auf dem deutschen Markt. Quott.com heißt es (www.quott.com) und seit Kurzem ist die Beta-Version offen für ihre Nutzer. Was verspricht das neue Netzwerk und welche Chancen hat es auf einem hart umkämpften Markt?
Der Medienrummel um den Börsengang von Facebook und die zukünftigen Entwicklungen im Segment der Social Networks ist derzeit groß. Ein denkbar unglücklicher Zeitpunkt also, um genau in diesem Bereich Fuß fassen zu wollen. Die Macher von quott.com wagen es trotzdem. Zu einer “interessanten Alternative zu dem Big-Player am Markt der sozialen Netzwerke” möchte sich quott.com in den kommenden Monaten entwickeln.
Wie kann es anders sein?
Nach StudiVZ, facebook und google+ scheint den Nutzern der sozialen Netzwerke nicht mehr viel fremd zu sein und das Schema bleibt das gleiche: man gestaltet ein Profil, tritt Gruppen bei, wird Fan, postet Links, Bilder, Meinungen und teilt sie wahlweise mit seinem “Freundeskreis” oder auch mit der Welt. Sehr vereinfacht dargestellt lief es so bislang immer ab. Quott.com geht nun einen anderen Weg: Bis zu fünf verschieden Profile soll ein Nutzer im Rahmen seines Accounts anlegen können. Diese kann er unterschiedlich benennen, er kann unterschiedliche Freigaben erteilen und auch die Funktionalitäten kann er frei auswählen. Das Profil selbst, die Pinnwand, Fotos und Fotoalben sowie Kalender stellen die wählbaren Elemente eines Profils dar. So hat der Nutzer beispielsweise ein Profil, das für seine Familie freigegeben ist, eines für seine Freunde und ein weiteres für Arbeitskollegen.
“Datenschutz Made in Germany”
Der wohl wichtigste Punkt, in dem sich quott.com von Facebook unterscheidet, ist das Thema Datenschutz. Die Einhaltung des deutschen Datenschutzgesetzes ist dabei die Leitidee. Wo Zuckerberg vom “ewigen Facebook” spricht, gibt es “kein ewiges (Nach-)Leben bei quott.com”. Nutzerdaten werden nach dem Löschen eines Accounts endgültig vom Server gelöscht, nicht an Dritte weitergegeben. Profile, Bilder usw. werden bei entsprechender Freigabe nur direkten Kontakten angezeigt, auch hier bekommen Dritte keinen Einblick.
Da sich das Netzwerk noch in der Entwicklung befindet, sind noch nicht alle Funktionen verfügbar. Man darf also auf Neuerungen gespannt sein. Der Faktor Datenschutz und Datensicherheit ist definitiv ein Plus für quott.com. Ob es sich jedoch als Alternative oder Ergänzung zu den großen Konkurrenten entpuppt, bleibt noch abzuwarten.
Die quott.com System AG (www.quottsys.de) wurde bereits 2010 in Mönchengladbach von Arno Schiemann, Ulrich Wiesehöfer und Rita Neumann gegründet und hat ihren unternehmerischen Schwerpunkt bei der Entwicklung von interaktiven Internetanwendungen im Bereich Social Media.


